Satellitenfernsehen ist noch lange kein Auslaufmodell
Waren vor nicht vielen Jahren für den heimischen TV-Empfang nur wenige Möglichkeiten verfügbar, so ist das Angebot an verschiedenen Empfangsmöglichkeiten inzwischen recht groß und wurde insbesondere um digitale Übertragungsarten mehrfach erweitert. Nichtsdestotrotz zählt auch das Satellitenfernsehen noch immer zu einer der populärsten Arten, sich das TV-Programm in die eigenen vier Wände zu holen. Was also sind die Vorteile des Satellitenempfangs und wie kommt es, dass es sich neben den neueren Empfangsmethoden so hartnäckig hält?
Geschichte und Technik des Satellitenfernsehens
Die Idee zu einer direkten Übertragung von Ton- und Bildsignalen gab es bereits in den dreißiger Jahren. Der österreichisch-ungarische Raumfahrttechniker Roman Potocnik schlug dies bereits im Jahre 1928 vor, jedoch musste die Umsetzung seiner Idee noch einige Jahrzehnte bis hinein in die siebziger Jahre warten. Die ersten konkreten Pläne zur Entsendung von für den Fernsehempfang in Europa gedachten Fernsehsatelliten in die Erdumlaufbahn wurden letztlich Anfang der achtziger Jahre aufgestellt und danach sukzessive umgesetzt. In Deutschland und Frankreich ging das Satellitenfernsehen 1989 an den Start und ermöglichte nun erstmals den direkten Empfang von Fernsehsendern durch die Endverbraucher.
Technische Voraussetzungen für den Verbraucher
Um das via Satellit im Orbit versendete Signal in ein Fernsehbild umwandeln zu können, benötigt der Verbraucher daheim neben der eigentlichen Empfangsantenne, der sogenannten Satellitenschüssel, einen entsprechenden Receiver. Dieser wird zwischen Schüssel und Fernsehgerät geschaltet und ermöglicht somit die einwandfreie Darstellung des Fernsehbildes.
Probleme bereitet immer wieder die richtige Installation der Satellitenschüssel am Haus. So muss darauf geachtet werden, dass die Schüssel an der Süd- oder Südwestseite des Hauses angebracht wird. Andernfalls empfängt man hiermit, wenn überhaupt, nur ausländisches Fernsehen. Da jedoch nicht jede Wohnung über einen Balkon auf der Südseite verfügt, muss die Schüssel in vielen Fällen auch an anderer Stelle fest an der Fassade oder auf dem Dach installiert werden, was die Ästhetik des Gebäudes mitunter stark beeinträchtigt. Vor allem aus diesem Grund ist die feste Installation einer Satellitenschüssel an vielen Gebäuden untersagt und kann mitunter sogar auch an Eigenheimen in besonderer Lage, wie beispielsweise in einer touristisch wertvollen Altstadt, durch die zuständige Kommune untersagt werden.
Abgrenzung und Vergleich zu anderen Empfangsarten
Hat man es jedoch erst einmal geschafft, eine Satellitenschüssel in richtiger Position anzubringen, dann offenbaren sich die enormen Vorteile dieser Empfangsart auch im Vergleich zu neueren Methoden wie DVB-T oder digitalem Kabelfernsehen. Vor allem aufgrund des äußerst großen und vielfältigen Programmangebots erfreut sich das Satellitenfernsehen noch immer enormer Beliebtheit. Weiterhin lassen sich via Satellitenfernsehen problemlos auch ausländische Fernsehprogramme empfangen. Denn im Vergleich zum Kabelfernsehen, über welches sich in der Regel lediglich ca. 30 Programme empfangen lassen oder zu DVB-T, welches ca. 20 Programme empfängt, kann mit einer gut ausgerichteten Satellitenschüssel das Programm von bis zu 300 Sendern empfangen werden. Da der Verbraucher mit dem Kauf der benötigten Geräte, also Schüssel und Receiver, selbst für den eigenen Empfang sorgt, ist das Satellitenfernsehen, von der öffentlichen Gebühr an die GEZ einmal abgesehen, zudem völlig kostenlos, muss gleichzeitig aber auch von ihm selbst gewartet werden.
Wer aber möglichst autonom von großen Anbietern sein möchte und zudem die möglichst größte Programmvielfalt will, der kommt auch heute am Satellitenfernsehen nicht vorbei und kann sich die Gebühr für das Kabelfernsehen daher getrost sparen.
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